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Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft
zusammengestellt von Dr. Uwe Meya

28. Januar 2026
UNHCR: Besorgnis über Zwangsarbeit und erzwungene Umsiedlungen
Ein Bericht des UNHCR äussert «grosse Besorgnis» über die Politik der Zwangsarbeit und erzwungenen Umsiedlungen, die nicht nur die tibetische Gemeinschaft unter chinesischer Herrschaft betreffen, sondern auch andere Gemeinschaften wie Uiguren, Kasachen und Kirgisen. Wörtlich heisst es in der Medienmitteilung des UNHCR: «In vielen Fällen sind die Zwangsmassnahmen so schwerwiegend, dass sie einer gewaltsamen Umsiedlung und/oder Versklavung als Verbrechen gegen die Menschlichkeit gleichkommen können.»

In Tibet bezieht sich die Besorgnis auf den seit 2018 begonnenen Plan der zwangsweisen Umschulungen von sogenannten «überflüssigen» Arbeitskräften im landwirtschaftlichen Sektor. Betroffene, die von Regierungskadern in ihrer Region nach vorgegebenen Quoten identifiziert werden, müssen sich unter Androhung von Strafe in militärisch organisierten Camps für niedrig entlohnte Berufe umschulen lassen. Danach werden sie gewöhnlich in schlecht bezahlte Sektoren wie Gastronomie oder Fahrdienste in beliebige Regionen der Volksrepublik China delegiert [vergl. Tibet-Information vom 23. September 2020; UM]. Die Zahl der Betroffenen wird im Jahr 2024 allein auf 650'000 geschätzt.

Weitere Elemente sind das Sesshaftmachung von Nomaden und die zwangsweise Umsiedlung von ganzen Dörfern [vergl. Tibet-Information vom 31. Januar 2014 und 24. Mai 2024; UM]. Dieses Programm zeigt laut UNHCR ebenfalls deutliche Zeichen von Zwang, wie wiederholten Besuchen von Kadern, um die Betroffenen zu «überzeugen», oder Androhung von Strafe oder Verlust staatlicher Unterstützungsleistungen. Hier schätzt UNHCR die Zahl der betroffenen Nomaden, die zwischen den Jahren 2000 und 2025 umgesiedelt wurden oder deren Häuser Umbauten zu permanenten Wohnsitzen erforderten, auf 3.36 Millionen. Von der zwangsweisen Umsiedlung ganzer Dörfer oder Behausungen, oft in mehrere hundert Kilometer entfernte Orte, waren nach offiziellen Statistiken im Jahr 2024 insgesamt 930'000 Personen betroffen.

Zusammenfassend stellt UNHCR fest, diese Massnahmen seien «Teil einer Regierungspolitik, die unter dem Deckmantel der Armutsbekämpfung darauf abzielt, die kulturelle Identität … gewaltsam umzugestalten». UNHCR weist auf die Langzeit-Probleme hin, wenn nomadisch oder sich grösstenteils selbstversorgende Populationen gezwungen werden, zu reiner Lohnarbeit zu wechseln. Dieses führt nicht nur zu sozio-kultureller Entwurzelung, sondern auch zur Verschleierung von Zwangsarbeit in globalen Lieferketten.

UNHCR, 22. Januar 2026

IBM warnt vor Cyber-Attacken auf die tibetische Diaspora
IBM X-Force, die Abteilung für Cyber-Sicherheit des Konzerns, warnt vor Schadensoftware mit dem Namen Hive0154, die von chinesischen Akteuren ausgeht. Diese Softwaregruppe verfügt über eine grosses Arsenal für Attacken gegen Unternehmen, Individuen, Vereinigungen und NGOs. Einmal infiziert, erlaubt die Software den Akteuren die Kontrolle über die Endgeräte von Nutzern.

Frühere Attacken zielten auf die Regierung, das Militär und das diplomatische Personal der Philippinen, der Vereinigten Staaten und Pakistans. Auffällig ist, dass im Jahr 2025 viele Angriffe auf die tibetische Exilgemeinschaft abzielten. Für die Angriffe wurden infizierte Dateien verwendet, die mit aktuellen Themen zu Tibet als „Lockvögel“ versehen waren. Diese bezogen sich auf Ereignisse zu Tibet, die 2025 in der Öffentlichkeit prominent diskutiert wurden: die 9. Weltparlamentarierkonferenz zu Tibet (WPCT), die vom 06.02. bis 06.04. in Tokio stattfand; der 90. Geburtstag des Dalai Lama; sein neuestes Buch „Voice for the Voiceless“; die Diskussion über die Zwangsinternate in Tibet und über den exzessiven Abbau von Bodenschätzen.

Oft waren die infizierten Dateien unterlegt mit authentischen Fotos, die noch mehr zum unvorsichtigen Öffnen verleiteten. Viele Dateien mit Bezug auf Themen über Tibet wurden aus Indien abgesendet, was nicht unbedingt auf den Ort der Programmierung hinweist, sondern darauf, dass sich dort infizierte Geräte befinden.

IBM, 25. Dezember 2025